Ich mache bei Betrügereien nicht mit !

Journal on important developments in the Amateur Radio World

last updated on 24 August 2023

Stellungnahme von Willi Vollenweider, Zug, zu unglaublichen Vorgängen

Beitrag zur Geschichtsschreibung des Schweizerischen Amateurfunkwesens.
Was ist geschehen, und welche Auswirkungen können solche Dummheiten auf das Ansehen des Amateurfunk-Wesens in der Öffentlichkeit bewirken ?

Die verpasste Chance, "Amateur Radio" zu retten

Distanzierung und Protest

conditio sine qua non – was darf auf gar keinen Fall passieren ?

Amateurfunk-Vereine und -Verbände nehmen die Interessen der Funkamateure auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene wahr, immer im Rahmen der Statuten ihrer Organisationen sowie der gesetzlichen Vorgaben. Eine andere Aufgabe haben sie nicht.
Diese Aufgabe kann nur dann glaubwürdig durchgeführt werden, wenn deren Funktionäre und deren Gremien absolut integer sind. Die Präsidenten tragen eine grosse Verantwortung, dass nur absolut integre Persönlichkeiten in Führungspositionen gewählt werden und dass die Arbeit in den Gremien jederzeit höchsten ethischen, moralischen und gesetzlichen Standards entspricht. Dazu gehören immer auch unabhängige, wirksame Kontroll-Organe wie Geschäftsprüfungs-Kommissionen, Revisionsstellen und dergleichen zur Sicherstellung der “checks and balances”, “corporate governance”.

Die Aufdeckung von Mauscheleien der IARU und deren Vertuschung durch IARU-Funktionäre sowie durch den USKA-Vorstand im Sommer 2023 ist auf dieser Website dokumentiert und zeigt absolut erschreckende Auffassungen über eine getreue Geschäftsführung sowohl in der IARU als auch in der USKA.
Für die USKA leider nicht ganz neu: anfang dieses Jahrhunderts wurde die USKA durch einen CIA-Agenten und Atomwaffen-Technologie-Schmuggler Fred Tinner präsidiert. Ob dies innerhalb der USKA damals bekannt war oder nicht, weiss ich nicht. Ich vermute es. Ein paar Jahre später gab es dann einen Betrug mit fingierten Italienisch- Übersetzungsarbeiten, der den Rücktritt des damaligen Akteures zur Folge hatte.

Während meiner Anwesenheit im USKA-Vorstand 2010 bis 2023 waren wir zum Glück von solchen Vorkommnissen verschont.

Leider nur vermeintlich, da die auf dieser Website geschilderten Betrügereien bereits im Jahr 2017 ihren Anfang nahmen und seither ungehindert hinter dem Rücken aller Funkamateure und ihrer Verbände klandestin betrieben wurden.

Als Politiker und somit öffentliche Person bin ich extrem darauf bedacht, keinerlei Angriffsflächen für andere Interessengruppen und für die Medien zu bieten. Mauscheleien und Betrügereien liegen unter gar keinen Umständen “drin”. Auch darauf beruht mein völlig unbescholtener Ruf in der Öffentlichkeit, wie auf dem Web leicht zu recherchieren ist.

Umso schockierter, und vor allem persönlich enttäuschter war ich, als ich auf die beschriebenen Betrügereien stiess, vor allem auf die Tatsachen, dass diese auf Schweizer Territorium und unter Beihilfe schweizerischer Mittelsmänner jahrelang insgeheim völlig schamlos und rücksichtslos bezüglich der Interessen aller Funkamateure betrieben wurden. Man kann mir zu recht eine gewisse Naivität vorwerfen.

Ich distanziere mich in aller Form und unter Protest von den hier beschriebenen Machenschaften in der IARU und deren Vertuschung durch den USKA-Vorstand, den USKA-Sekretär sowie den USKA-Web-Redaktor.

Die geschilderten Ereignisse haben mir leider auch gesundheitlich zu schaffen gemacht. Deshalb blieb mir nichts anderes übrig, als mich von allen Mandaten für die USKA und IARU per Oktober 2023 zurückzuziehen. Ich bin für diese Ereignisse in keiner Art und Weise verantwortlich, was mir immerhin von der GPK der USKA attestiert worden ist. Ehrenmänner sind offensichtlich in der Führung von IARU und USKA unerwünscht.

von dumm über idiotisch bis kriminell

Allen verantwortungsbewussten Führungs-Personen von Amateurfunk-Organisationen ist völlig klar, dass “Amateur Radio” im heute gepflegten Stil des letzten Jahrhunderts mittelfristig keine Überlebens-Chance hat (Nachweis durch die Altershistogramme).
Diese brutale Wahrheit ist auch der IARU absolut klar.

Mehrere Funktionäre der IARU, unter Anführung des IARU-Präsidenten, sind völlig durchgedreht und suchen seit 2017 die Lösung des Problems in illegalen Strukturen und klandestinen Operationen. Auch in der Schweiz. Das ist in der Schweiz kein “Kavaliersdelikt”, es ist idiotisch, und unseres Hobbys absolut unwürdig.

Sie tun dies auch hinter dem Rücken der nationalen Amateur-Radio-Verbände, die seit Auffliegen dieser Betrügereien ihre Verbände zu Komplizen gemacht haben, ohne ihre Mitglieder zu informieren!

Ihre Geheim-Operation “IARU-Cham” erfolgte auch in Unkenntnis der in diesem Territorium wirkenden schweizerischen Amateur Radio Organisationen. Diese wurden diesbezüglich sogar vom Schweizer EC-Mitglied getäuscht.

Und: diese Bandenaktivität ausgerechnet in Zug, wo wir gegen solche meist amerikanischen kriminellen Geschäfte allergisch sind (siehe Crypto).

Die miserabel strukturierte IARU ohne jegliche “corporate governance” mit teils jahrzehntelang einsitzenden Sesselklebern ist der ideale Nährboden für Machenschaften der hier geschilderten Art. Nach jahrzehntelangem leeren Geschwätz ist heute klar, dass die IARU mit ihrer derzeitigen Führung nicht reformfähig ist. 

Nur mit neuen Organisationen lässt sich der riesige durch diese Clique verursachte Reputationsschaden eindämmen, um unser kulturelles Erbe für die kommenden Generationen zu bewahren!

Bemerkungen: alle auf dieser Website dargestellten Informationen sind nachgewiesene Fakten – die wichtigsten sind öffentlich zugänglich. Eine gerichtliche Beurteilung ist noch ausstehend.
Ich bin Mitglied der USKA, des DARC und dadurch auch der IARU-USA. Ich bin seit 2023 auch einfaches Mitglied der neuen «IARU Cham», rückbestätigt.
Konstruktive Zuschriften werden von mir beantwortet.

die wirkliche Heraus- forderung

Die grösste und wichtigste Herausforderung für das weltweite Amateurfunk-Wesen ist derzeit, «Amateur Radio» so zu revolutionieren, dass es für Junge attraktiv wird und dass es in der öffentlichen Wahrnehmung als sinnvolle und für das Gemeinwesen nützliche Aktivität relevant wird. 

Für die jüngere Generation sind Museums-Technologien des vergangenen Jahrhunderts nicht interessant, Senioren-Clubs fast ohne jede moderne Fachkompetenz auch nicht.
In der USKA wurde diese Herausforderung mit einer Arbeitsgruppe sorgfältig bearbeitet, ab 2021 in sehr intensiver Zusammenarbeit mit weiteren nationalen Verbänden und mit der IARU.

fehlende Wirksamkeit wegen selbst-verursachter Defizite in der IARU

Die 1925 gegründete IARU ist eine Föderation der meisten nationalen Amateurfunk-Verbände der Welt.
Diese sehr intransparente Organisation hat keine eigene Rechtspersönlichkeit, sie publiziert kein Budget, keine Jahresberichte, keine Jahresrechnung, keine Strategie und wird von keinem Kontrollorgan überwacht (corporate governance). Über die Aktivitäten können deshalb nur Vermutungen angestellt werden. Eine Mitwirkung der Mitgliederverbände ist ausser alljährlicher Entrichtung eines finanziellen Tributs nicht wirklich erwünscht.
Die personelle und materielle Infrastruktur ist identisch mit dem U.S.-amerikanischen Verband ARRL mit Büro in Newington Connecticut, welcher immer auch Präsident und Sekretär stellt. Von einer demokratisch organisierten Struktur kann keine Rede sein.

Unterlassene zumindest symbolische finanzielle Honorierung der Arbeit der Funktionäre führte dazu, dass sich in den Gremien der IARU vor allem Personen einfinden, die ohne wirkliche Qualifikation gerne auf Kosten der beitragszahlenden Funkamateure in der Welt herumreisen.
Kaum böswillig, aber sehr selbstgefällig und meist ohne positive Wirkung auf die dringende Weiterentwicklung des Amateurfunk-Wesens.
Echte Wahlen finden mangels Kandidaten fast nie statt.

Die IARU verfügt im weiteren über praktisch kein Personal, ohne das es in Landesverbänden gar nicht gehen würde. So werden in den IARU-Sitzungen zwar viele Vorhaben besprochen, aber so gut wie nie umgesetzt – durch wen auch?

Weckrufe verhallen ungehört: ist die IARU noch zu retten ?

ungehörte Weckrufe von Bob Whelan 2005 und Kamal Singh 2019

Bob Whelan hat nach der Jahrtausendwende als erster gemerkt, dass die IARU und die meisten nationalen Verbände den technologischen und gesellschaftlichen Wandel verschlafen und dadurch der Amateurfunk rasch in die Bedeutungslosigkeit versinken wird – vor allem bei den Jungen.
An der IARU R1 General Conference 2005 beantragte Bob Whelan Massnahmen, um das Wesen des Amateurfunks auf die Technologien und an die Ansprüche Jugendlicher des 21. Jahrhunderts auszurichten.
Kurz formuliert, den Übergang von „analog“ zu „digital“ zu vollziehen.
Dieser Weckruf wurde weder von den Landesverbänden noch durch das Executive Committee verstanden – mit der Konsequenz, dass ernsthafte Diskussionen und Massnahmen weiterhin unterlassen wurden.
Es erstaunt nicht, dass Amateurfunk in seiner analogen Ausprägung des vorigen Jahrhunderts für die jüngere digitale Generation nicht mehr attraktiv war und heute die katastrophale Situation entstanden ist, dass die Landesverbände keine Mitglieder mehr haben, die jünger sind als 40!

Kamal Singh in seiner RSGB 2019 Convention Lecture:
(Original-Zitat)
«There was a time when amateur radio was at the leading edge of technological innovation and pioneered important telecommunications breakthroughs. Year by year, our importance, strength and contributions started to decline. Our appeal began to deteriorate as the digital world overtook us and we struggled to remain relevant. We thought digital might be the distant future, but it was actually the present. The more the world progressed with mainstream technologies, the deeper we withdrew into our secluded niche, often citing the mantra “that isn’t radio”. The world over, amateur radio is facing the challenge of attracting new blood into its community. Can we reverse this tide, or will we be relegated to the annals of obsolescence? This session explores an alternative history and suggests some controversial ways to move forward.»

Trotz seines sehr konkreten Vorschlags, was zu tun ist, verhallte auch dieser Weckruf ungehört. Kamal Singh verliess den RSGB-Vorstand kurz darauf. Er hatte wohl begriffen, dass er da am falschen Ort war.

Last Call – Don Beattie ist 2021 der einzige der versteht worum es geht!

Last Call: „Shaping The Future (STF)“ Initiative und Workshop Oktober 2021 der IARU Region 1
Auf Initiative von Don Beattie, damaliger R1-Präsident, wurde ein online Workshop zum Sammeln von Ideen durchgeführt, mit dem Ziel „Amateur Radio“ wieder relevant werden zu lassen. Don Beattie rief auf, revolutionäre Ansätze zu suchen und nicht Hoffnung im „more of the same“ zu suchen. Don Beattie rief eindringlich auf, Marketing erst dann zu betreiben wenn das «Produkt» neu konzipiert ist. Gerade in der Schweiz mit unserer intensiven Öffentlichkeitsarbeit müssen wir zugeben, dass diese unser Problem nicht lösen konnte. Don hat damit also recht.

Nach lebhafter Nachbearbeitung in den SO-Teams (Strategic Objectives) im Jahr 2022 ist die IARU-STF-Initiative nun wieder eingeschlafen (anfang 2024). Es kam aber noch schlimmer:
Für mich überraschend bekämpft die „alte Garde“ in der IARU nun die innovativen Kräfte sogar vehement.

Die Führungs-Teams der IARU haben leider die Herausforderung immer noch nicht begriffen, obwohl sie genau wissen, dass alle Amateurfunk-Verbände weltweit keine Mitglieder unter 40 mehr haben – die Schweiz ist dabei keine Ausnahme!

Neu-Erfindung von «Amateur Radio»

Es führt kein Weg daran vorbei,  «Amateurfunk» auf der grünen Wiese neu zu erfinden – mit genau derjenigen Daseinsberechtigung, die dem „Amateur Radio Service“ im internationalen Radio-Reglement der ITU schon immer zugedacht war:

der Durchführung von technisch/wissenschaftlichen Experimenten.

Dies ist innerhalb der IARU nicht möglich.

IARU global ist nicht mehr zu retten

Die Führungs-Clique von IARU-global bekämpft die Erkenntnisse von „Shaping the Future“ nun vehement und mit allen, auch statutenwidrigen und illegalen Mitteln. Erstaunlicherweise schauen viele Mitgliederverbände einfach weg.

Drei Eingaben der USKA an die IARU wurden gar nie traktandiert, Angebote zur Beistellung eines sehr qualifizierten Experten in das Team von Barry Lewis wurden ohne jegliche Begründung verschlampt und schubladisiert. Der CEPT-Delegierte aus der Schweiz wurde stillschweigend entlassen. Das Exekutivkomittee der IARU R1 untersagte dem USKA-Präsidenten per Mail, einen die IARU betreffenden Gedankenaustausch per BBB zu führen.

Ich habe dem USKA-Vorstand erklärt, dass ich bei Betrügereien nicht mitmache – und auch nicht mithelfe, diese zu vertuschen.

IARU erpresste daraufhin den USKA-Vorstand: die IARU-Clique diktierte dem IARU-Verbindungsmann der USKA ein vorgefertigtes Statement, mit dem sich der USKA-Vorstand von allen Handlungen und Haltungen des USKA-Präsidenten distanzierte und diesen dadurch diffamierte. Statt diesen frechen Übergriff in die internen Angelegenheiten eines Mitgliederverbandes dezidiert zurückzuweisen, liess sich der USKA-Vorstand erpressen und desavouierte den USKA-Präsidenten vor allen Mitgliederverbänden, nur weil dieser die amtlich veröffentlichten Betrügereien der IARU-global aufgedeckt und hinterfragt hat.

Die völlig unverhältnismässige Über-Reaktion der Täter lässt die Fragen aufkommen: Welche Leichen haben die noch im Schrank? Was wird da wirklich gespielt?
Ich halte mittlerweile nichts für unmöglich.
Klar ist für mich, dass ich nicht in Räuberhöhlen mitarbeite.

Die IARU hat sehr rasch die klassische Täter-Opfer-Umkehr-Strategie ergriffen. Bisher hat das funktioniert. Wie lange noch?

Der USKA-Vorstand wäre gut beraten gewesen, auf meinen Antrag hin die geschilderten Vorgänge sorgfältig untersuchen zu lassen. Er zog es vor, wegzuschauen.
Wir dürfen den Schweizer Amateurfunk nicht zum Komplizen von solchen Machenschaften und deren Akteuren werden lassen.

Wieso kamen die klandestinen Machenschaften überhaupt an die Öffentlichkeit ? Im Rahmen der durch die IARU an mich mandatierten Ausarbeitung des Konzeptes zur 2020 beschlossenen «Technology Working Group» (TWG) habe ich die rechtlichen Grundlagen der IARU unter die Lupe genommen. Für mich überraschend bin ich dabei auf desolate Verhältnisse an der Spitze der IARU gestossen, rechtlich, organisatorisch, strukturell. Das Fass zum Überlaufen gebracht hat dann die Entdeckung, dass die IARU seit sechs Jahren eine geheime Operation in der Schweiz betreibt, mit Beteiligung schweizerischer Zudiener und Strohmänner, welche der IARU-Führung gegenüber zu strikter Geheimhaltung verpflichtet sind, auch gegenüber den Mitgliedern.

Fazit: Die IARU ist in ihrer heutigen Struktur, Organisation und Wertehaltung nicht mehr zu retten. Statt sich der existentiellen Herausforderung zu stellen, macht man auf «Vogel-Strauss-Politik» und sucht Zuflucht in Betrügereien.

Selbst grosse Verbände wie DARC und RSGB drücken sich um ihre Verantwortung und agieren als Komplizen, statt die Interessen des Amateurfunk-Wesens wahrzunehmen und die Missstände aktiv anzugehen.